Was ist eine Herzgruppe ?

Definition "Herzgruppe" der Deutschen Gesellschaft f√ľr Pr√§vention und Rehabilitation:
"... eine Gruppe von Patienten mit koronaren und anderen Herzkrankheiten, die sich unter Leitung einer qualifizierten Fachkraft regelmäßig auf ärztliche Verordnung und unter ärztlicher Überwachung trifft."

 

 

Vor etwa 50 Jahren galt körperliche Aktivität nach einem Herzinfarkt als schädlich, Patienten wurde verboten sich zu belasten oder gar Sport zu treiben.

Vor mehr als 200 Jahren hat der britische Arzt William Heberden die "Angina pectoris" (Brustenge) beschrieben, die sich als anfallsartiger Schmerz in der Brust √§u√üert, als Druck oder Reifengef√ľhl h√§ufig mit Ausstrahlung in Arme, Hals oder Kiefer beschrieben wird.  Ursache ist eine Durchblutungsst√∂rung des Herzmuskels ausgel√∂st durch eine Gef√§√üeinengung.
Heberden beschreibt aber auch die damals schwierige Situation, dass es keine vern√ľnftige Therapie gab und liefert gleichzeitig die Grundlagen f√ľr die heute angewandte Bewegungstherapie und den Wert von k√∂rperlicher Aktivit√§t.
Er sagt damals zur Angina pectoris (Brustenge), dass er..

 

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Mit diesem Wissen um den g√ľnstigen Effekt von k√∂rperlicher Bewegung auf eine Herzkreislauferkrankung werden Patienten heute nach Herzinfarkt, Bypass-OP oder auch Einsetzen einer Gef√§√üst√ľtze (Stent) bei Verengungen der Herzkranzgef√§√üe nach dem Krankenhausaufenthalt zur Rehabilitation geschickt. Diese erfolgt √ľberwiegend station√§r √ľber mehrere Wochen, es gibt jedoch heute auch ambulante Reha - Einrichtungen mit gleichen Angeboten.

Die Ziele, warum Patienten in die Rehabilitation geschickt werden sind aber neben der Bewegungstherapie auch Unterst√ľtzung und Informationen und wurden
von dem amerikanischen Arzt Robert. S.Eliot wie folgt formuliert:

 

Ziele der Rehabilitation

  • Annahme der Krankheit
  • Wissen von der Krankheit
  • Seelische Unterst√ľtzung
  • Dauerhafte Verhaltensdisziplin +Therapietreue (Compliance)
  • Erreichen der Bestm√∂glichen Leistungsf√§higkeit in allen Lebensbereichen

d.h. Rehabilitation ist mehr als nur Bewegungstherapie, aber körperliche Aktivität hat in diesem Prozess eine ganz zentrale Bedeutung.

 

 

Aber wie geht es nach den Wochen in der Rehabilitation dann zuhause weiter ?

 

Wenn alles so weitergeht wie vor der Rehabilitation, dann war alles ohne viel Sinn und ein Fortschreiten der Erkrankung ist sehr wahrscheinlich und der nächste Herzinfarkt nur eine Frage der Zeit !
Deshalb muss nach Akut-Krankenhaus und Rehabilitationsklinik jetzt die 3. Phase der dauerhaften lebenslangen Rehabilitation beginnen die geprägt ist von :

 

  • Lebensstil-√Ąnderung
  • Risikomanagement
  • regelm√§√üige k√∂rperliche Aktivit√§t

und hier hat die Herzgruppe eine ganz zentrale Bedeutung. 
Begonnen hat diese Entwicklung 1965, inzwischen gibt es in Deutschland √ľber 6000 Herzgruppen mit √ľber 100 000 Teilnehmern.
Nach einer √ľberstandenen Herz-Kreislauferkrankung, z.B. einem Herzinfarkt kann die Wiederherstellung der Gesundheit und die Wiedereingliederung in den Alltag in einer Herzsportgruppe fortgef√ľhrt werden.
Nach √§rztlicher Verordnung √ľbernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten  der √úbungsstunde, da es sich um eine anerkannte Heilma√ünahme handelt.
Durch Bewegung- Ausdauer- und Entspannungs√ľbungen sollen die Teilnehmer lernen,  sich richtig zu belasten und wieder Vertrauen in ihre Leistungsf√§higkeit zu gewinnen.
In begleitenden Gruppengesprächen werden Probleme der Erkrankung und deren Bewältigung im Alltag behandelt.
Unter der Leitung einer speziell daf√ľr ausgebildeten √úbungsleiterin wird regelm√§√üig unter √§rztlicher Aufsicht trainiert. Ein Arzt sowie eine notfallmedizinische Ausr√ľstung (Notfallkoffer und Defibrillator) ist vorgeschrieben und immer vor Ort.

 

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