Krankes Herz und trotzdem Sport
nicht nur wir Herzmediziner, nein auch Alzheimer-Forscher, Orthopäden, Onkologen und Psychiater
sind sich einig:
- Bewegung hilft Menschen auch dann, wenn sie schon erkrankt sind −
- häufig besser als teure Tabletten und Hightech-Medizin.
Am besten ist es natürlich, Sie treiben Sport, um gesund und fit zu bleiben !
Wenn Sie aber bereits eine Herzproblem haben oder vielleicht sogar schon einen Herzinfarkt, einen Stent bekommen haben oder gar eine Bypass - Operation hinter sich haben?
Dies ist kein Grund auf Sport zu verzichten. Vielmehr lassen sich die vielfältigen positiven Auswirkungen von sportlicher Aktivität gezielt zur Therapie - bzw. Therapieunterstützung nutzen.
Schauen wir uns kurz mal gemeinsam die positiven Effekte an, die körperliche Aktivität bei Herz-Kreislauferkrankungen oder zur Beeinflussung von Risikofaktoren haben kann:
Günstige Aurswirkungen von regelmäßiger sportlicher Aktivität
aus Herz - Kreislauf - Erkrankungen bzw. deren Folgen:
- Sie leben länger
- Risiko an Verengungen der Herzkranzgefäßen
zu erkranken oder zu sterben sinkt - Diabetes lässt sich aufhalten oder normalisieren
- hoher Blutdruck lässt sich aufhalten
- hilft erhöhten Blutdruck zu senken
- hilft bei Angstgefühle + Depression
- stärkt das Immunsystem - weniger Erkältungen
- hilft Gewicht zu kontrollieren oder abzunehmen
- sorgt für psychisches Wohlbefinden
Aber es ist natürlich schwierig, wenn man vielleicht seit seiner Jugend keinen Sport mehr getrieben hat, nun plötzlich z.B. nach einem Herzinfarkt gesagt zu bekommen, man solle nun Sport treiben:
- wie anfangen ?
- auf was muss ich achten ?
- wie viel muss ich investieren ?
- welche Sportarten sind geeignet ?
Nach einem Herzinfarkt
oder aber auch bei einer festgestellten Herzerkrankung (hoher Blutdruck oder Herzschwäche) ist es besonders wichtig, körperliche Aktivität richtig zu machen, um Nutzen von der Bewegung zu haben und nicht etwa eine bestehende Erkrankung durch falsches Training zu verschlechtern.
Wenn Sie nach einem Herzinfarkt, einer Bypass - Operation oder dem Einsetzen einer Gefäßstütze ( Stent ) in der Anschlussheilbehandlung (Reha) waren, haben Sie dort sicher gelernt, wie Sie sich belasten können. Vor allen Dingen die Frage der Belastungsintensität ("wie hoch darf bzw. soll mein Puls unter Belastung sein") und der Belastungsdauer müssen klar festgelegt und auch ab und zu angepasst werden.
Immerhin kann sich durch regelmäßiges Training sowohl Ihre Belastbarkeit auch Ihre Pulsverhalten ändern. Auch Medikamente können hier einen erheblichen Einfluss auf die Herzfrequenz in Ruhe und unter Belastungsbedingungen haben z.B. durch die so genannte "Betablocker" die die Herzfrequenz senken.
Ob Sie acht oder achtzig sind, es gibt genügend Beweise, dass Sie durch regelmäßiges Training Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden steigern können. Vor vielen Jahren hatte eigentlich jeder Mensch im Alltag ausreichend körperliche Aktivität. Doch durch die Veränderung in unserer Lebensweise (Fernsehen, Internet, Computerspiele, Videospiele) hat sich eine neue Art zu leben breit gemacht, die körperliche Aktivitäten im Alltag eigentlich nicht mehr notwendig macht. Dies führt nicht nur dazu, dass viele Kinder erschreckend schleckt körperliche Fähigkeiten haben (ein einfacher Purzelbaum gerät zu artistischer Fertigkeit, Einbeinstand gelingt nicht mehr). Die langfristigen Folgen sind neben mangelnder Fitness und damit natürlich auch Lebensfreude durch Wohlbefinden zahlreiche Erkrankungen, die in der Mehrzahl in Herz-Kreislauferkrankungen münden. Damit es nicht dazu kommt, sollte Sie ein Programm in Ihren Alltag integrieren mit dem Sie auch dauerhaft gut leben können. Viele Denken, Sie müssen nun anfangen zu joggen oder einen Vertrag im Fitnessstudio abschliessen und dort regelmäßig Gewichte stemmen. Nein ungefähr eine halbe Stunde mäßiger körperlicher Aktivität an jedem (oder fast jedem ;-) Tag) sind ausreichend, um neben Fitness einen gesundheitlichen Gewinn zu erreichen. Besonders wichtig ist auch eine Mischung verschiedener Aktivitäten. Um körperlich fit zu sein um eine Sportart mit Spaß und ohne Probleme vor allen Dingen Verletzungen betreiben zu können, müssen die körperlichen Voraussetzungen stimmen. Es gibt im Wesentlichen fünf körperliche Grundfertigkeiten:
- Ausdauer
- Kraft
- Beweglichkeit
- Schnelligkeit
- Koordination (Geschicklichkeit)
und alle lassen sich trainieren. Also nicht nur Ausdauertraining sondern auch Krafttraining, Stretching und Koordinationstraining um lange fit unabhängig und ohne gesundheitliche Einschränkungen zu bleiben.Ein körperliches Training mit dem Anspruch auf eine Gesamtkörperbeanspruchung sollte alle sportlichen Fertigkeiten berücksichtigen.
Bevor Sie nun Ihre alten Sportschuhe suchen um dem Herzinfarkt davonzulaufen, sollten wir vorher noch ein paar Fragen klären:
- Wie viel Umfang darf, kann ich machen ?
- wie oft soll ich Sport machen ?
- wie lange sollte jede Aktivität dauern?
- wie baue ich ein komplettes Programm auf ?
- wie kann ich Aktivität in mein tägliches Leben einbauen ?
- wie kann ich lebenslange sportliche Aktivität durchführen ?
- welchen Sport kann ich mit einer Herzerkrankung überhaupt machen ?