Neue Empfehlungen zur Blutdruckeinstellung

Die neuen europäischen Leitlinien zur Behandlung des arteriellen Bluthochdrucks vereinfachen das Management von Hochdruckpatienten, weil sie für die meisten Patienten ein einheitliches Ziel vorgeben: < 140/90 mmHg. 
Bei älteren Patienten darf es ein bisschen mehr sein, bei Diabetes und/oder Niereninsuffizienz ein bisschen weniger.


Die neuen Leitlinien, die wohl in Kürze auch in ähnlicher Form von der Deutschen Hochdruckliga in ihren aktualisierten Leitlinien vorgestellt werden legen die Einteilung einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) unverändert wie folgt fest: Blutdruckwerte unter 140/90 mm sind noch normal und auch als Zielblutdruck für eine medikamentöse Therapie ist ein Wert von kleiner 140/90mm Hg anzustreben. 
Nur bei Patienten mit Diabetes mellitus (<140/85 mmHg) oder einer Nierenerkrankung mit Eiweißausscheidung (<130/90 mmHg) sollte er etwas niedriger liegen.

Bei älteren Menschen (älter als 60-65 Jahre) darf es auch ein bisschen mehr sein: hier liegt der Grenzwert für einen noch normalen Blutdruck bei 140-150/90 mmHg. Bei fitten Älteren gelten die gleichen Werte wie bei Jüngeren (140/90 mmHg). Für Menschen über 80 Jahre gilt ein Wert ein Wert von 140-150/90 mmHg als Ziel, wenn eine Therapie gut vertragen wird.
Wichtig ist immer eine Blutdrucksenkung durch Lebensstiländerungen zu begleiten. 
Hierzu gehören eine gesunde Ernährung, eine Einschränkung des Salz- und Alkoholkonsums, Gewichtsreduktion sowie eine Steigerung der körperlichen Fitness.
Besonderer Wert wird auch auf die Patientenselbstmessung in der Einstellung des hohen Blutdrucks gelegt.
Als Medikamente der ersten Wahl gelten Diuretica (wassertreibende Mittel), ACE- und AT1-Hemmer und Kalziumblocker. Bei Patienten mit Herzerkrankungen sind Kombinationen mit Beta-Blockern empfehlenswert.
(Quelle: Prof. G.Börner MMW 21-22/2013)